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Bald kommen hier einige Berichte über meine heurigen Ausflüge mit der Niederösterreich Card.

HIER FINDET IHR MEINE FACEBOOKSERIE ÜBER STADTMAUERNSTÄDTE:

ABSCHLUSS:

Mit dem Bericht über Nördlingen beende ich die Serie über Stadtmauernstädte. Ich hoffe euch haben die (selbst gemachten) Fotos gefallen, ihr konntet euch etwas in die Besonderheiten der Städte reinfühlen und ihr wurdet neugierig über die eine oder andere „Stadtmauernstadt“.

Ich habe geplant das es eine nächste Serie geben wird, wer weiß vielleicht begegnen uns auch hier wieder zahlreiche „Stadtmauernstädte“.

Ich bedanke mich fürs Lesen und Liken. Mir hat das Schreiben sehr viel Freude bereitet.

NÖRDLINGEN:

Die Stadt Nördlingen liegt im Westen Bayerns. Das sie eine historisch bedeutsame Stadt war, wird einem spätestens klar, wenn man so wie ich im Sommer 2026 die über 4 Kilometer lange Stadtmauer abgeht.

Die Stadt, die heute eine Slow-City ist (wie Enns auch), spielte bei der Zeit der Hexenverfolgung eine unrühmliche Rolle. Sie war lange Zeit „freie Reichsstadt“.

Es gibt zugegeben nicht viele, aber doch einige Städte deren Mauern in Teilen noch erhalten sind, aber es gibt relativ wenige, wo man die Mauern noch in ganzer Länge abgehen kann, Nördlingen gehört dazu. Heute ist Nördlingen z.B. das Vorbild für die Stadt in „Attack on Titan“.

Besonderheit: 1618-1648 tobte der 30. Jährige Krieg in Mitteleuropa. Eine der Entscheidungsschlachten dieses Krieges fand 1634 in Nördlingen statt. Berühm im 30. Jährigen Krieg waren die Feldherren Wallenstein und Gustaf Adolf. Die Belagerung von Nördlingen fand jedoch in einer nach den beiden Feldherren statt.

Der Feldherr der Habsburger war Ferdinand III, der später Kaiser wurde. Er setzte sich zum Ziel die Schweden, die damals in den Bayrischen Raum eingedrungen sind, zurückzudrängen – bei Regensburg gelang ihm das.

Nun war Nördlingen, das sich unter schwedischen Schutz gestellt hatte, dran. Die von Deubitz befehligte Stadt wurde mit Kanonen massiv bombardiert und der Fluss wurde so umgeleitet, dass er nicht mehr in die Stadt fließen konnte. Mehrere Ausfälle machten die Kaiserlich-Bayrischen Armee die, die Stadt belagerten das Leben schwer.

Es gibt mehre Möglichkeiten wie man eine belagerte Stadt Retten kann, einer davon ist ein Entsatzarmee. Genau eine solche (bestehend aus Schweden) kam immer näher, weshalb die Kaiserlichen einen dramatischen Sturmversuch unternommen haben – durch heftige Gegenwehr konnte man den Fall der Stadt verhindern.

Schließlich war es so weit, das Entsatzheer, bestehend aus ca. 25.000 Mann traf ein. Die Belagerer waren zahlenmäßig dennoch überlegen und sie konnten die Schweden schließlich besiegen. Die Lage der Stadt wurde immer hoffnungsloser und das obwohl kurz vor dem Eintreffen der Schweden noch ein relativ erfolgreicher Ausfallangriff durchgeführt worden war.

Als man von der schwedischen Niederlage vor der Stadt erfuhr, entschloss Nördlingen sich zu ergeben. Die Stadt wurde, wie damals üblich, geplündert und erhielt eine Kaiserlich-Bayrische Besatzung. Die Schweden hatten eine bedeutende Niederlage erlitten.

Für die Stadt war es ein harter Schlag. Schwer wurde es auch durch die Verlagerung von Handelswegen. Der Bedeutungsverlust von damals hat aber auch seine Vorteile. Die Stadt, die in einem Krater gebaut wurde, entwickelte sich nicht so stark und konnte ihr mittelalterliches Stadtbild bewahren – samt Stadtmauern.

SCHEIBBS:

Wurde relativ früh von den Peilsteinern Gegründet und fiel nach deren Ende an die Babenberger.

Im frühen 14. JHD erhielt man das Stadtrecht. Die Karthause Gaming und der Eisenhandel waren für das Städtchen von großer Bedeutung.

Relativ früh bekam man auch Befestigungsanlagen. Mit diesem wehrte man 1529 die Osmanen ab, die ins Land eingefallen sind.

Diese Anlagen stehen in Teilen auch heute noch und Grenzen die Innenstadt ein. Das Städtchen an der Erlauf hat ca. 4.000 Einwohner und ist Bezirkshauptstadt und ein regionales Zentrum.

Besonderheit: Einer Person entgeht man beim Spaziergang durch die Stadt nicht. Andreas Töpper.

Seine Familie zog ursprünglich aus Norddeutschland in die Gegend. Andreas Töpper selbst arbeitete sich vom Schmied zu einem der bedeutensten Industriellen des Kaisertum Österreichs in der ersten Hälfte des 19. JHD hoch.

Doch nicht nur mit seinen Eisenwerken machte er von sich reden (seine Industrieanlagen befanden sich nicht nur in Scheibbs sondern auch in der Umgebung, bis in die obere Steiermark) auch sein soziales Engagement und der Einsatz für Scheibbs machte von sich reden.

Heute erinnern sein Herrenhaus (Schloss Neubruck), die Töpperbrücke, der Töpperpark sowie zahlreiche Erwähnungen in Scheibbs an Andreas Töpper.

Ich frage mich oft: was wurde aus so gigantischen Unternehmen? Nun, seinen Nachfolgern gelang es nicht, es durch eine Wirtschaftskrise zu führen. Andere Unternehmen wie zb Wertheim einem Mitindustriellen erging es besser (es existiert bis heute)

SCHÄRDING:

Auch das im Innviertel gelegene Schärdingt hat noch etliche Teile seiner Stadtmauern. Das belebte Städtchen am Inn war früher gut geschützt, etwas was die Rivalität zwischen den Habsburgern und den Bayern notwendig gemacht hat. Bekannt ist in Schärding vor allem die Silberzeile, am Hauptplatz. 2025 war hier die Landesgartenschau Oberösterreichs.

Besonderheit: Lange Zeit war das Innviertel und damit auch Schärding ein Teil Bayerns – die Beziehung der beiden Mächte Österreich und Bayern war recht wechselvoll. Im 30. Jährigen Krieg halfen die Bayern den Habsburgern – nicht ganz selbstlos so bekam man dafür anfangs Oberösterreich verpfändet und später andere Gebiete zugesprochen.

Bei den Türkenkriegen halfen die Bayern zu Österreich, sie waren ein Teil der Entsatz Armee die 1683 Wien befreite und Schärding war auch Exilort für einige Ministerien des Kaisers, als die Stadt belagert wurde.

Ab dem Spanischen Erbfolgekrieg war Bayern meist nicht auf der Seite der Habsburger, sondern auf der ihrer Gegner, vor allem Frankreichs. Der Bayrische Erbfolgekrieg war es der dafür sorgte, dass Österreich 1779 an das Innviertel und damit auch an Schärding kam. In der Zeit Napoleons gehörte das Innviertel noch einmal zu Bayern, doch 1816 wurde es endgültig von den bayrischen Wittelsbachern an die österreichischen Habsburger übertragen.

LUCCA:

Lucca in der Toskana ist mir vor allem wegen seiner Stadtmauern in Erinnerung geblieben.

Die Stadt die ich im Jahr 2012 besucht habe und die heute wohl vor allem Touristenstadt ist, war ab dem Mittelalter für ihre Textilerzeugung bekannt.

Die wohlhabende Stadt wurde gleich mehrfach eingenommen.

Im 16. JHD und 17. JHD beschloss man dann eine gewaltige Befestigungsanlage zu errichten. Über diese führt seit dem 19. JHD eine Promenade, sie ist über 4 km lang.

Besonderheit: Mittelalterliche verteidigungsanlagen war eher hoch und weniger breit. Das änderte sich dann mit dem Aufkommen von Kanonen. Nun wurden breite, oft zackenförmig angelegte Mauern um die Städte gelegt. Da diese eine enorme Fläche benötigten und oft der Stadterweiterung im Weg waren, findet man diese Art von Stadtmauern nur noch selten.

Seit Lucca sich mit den (damals) moderneren Stadtmauern schützte musste man keine Belagerung mehr bestehen. 1x waren sie jedoch durchaus ein Schutz. Der Feind damals ließ sich nicht abschrecken und auch nicht durch Diplomatie besänftigen. Denn es handelte sich um ein großes Hochwasser im Jahr 1812.

Unter Napoleons Einfluss kam man trotzdem der Befestigungsanlagen, hier war aber politischer Druck verantwortlich.

HAINBURG:

Hainburg ist eine eigentümliche Stadt. Kaum eine echt alte Altstadt, aber uralte Befestigungsanlagen.

Diese stammen aus der Zeit der Babenberger und wurden später noch ausgebaut. Sie umschließen die innere Stadt.

In Hainburg habe ich heuer eine tolle Stadtführung mitgemacht. In dem Städtchen das seinen besonderen Flair aus seiner Lage zwischen Donau und Burg am Schlossberg bezieht, wird sich bald vieles ändern denn Hainburg wird Unistadt.

Besonderheit: 1683 starteten die Osmanen einen gewaltigen Angriff auf Österreich. Diesesmal sollte Wien fallen (wenn es nach den Osmanen gegangen wäre).

Eine Stadt die im Weg stand war Hainburg. Man belagerten die Stadt und eroberte sie schließlich. In Panik strömten die Menschen durch das Fischertor, Richtung Auen.

Das ganze mündete in einer Massenpanik. Zahlreiche Menschen wurden zerquetscht, bedrängt von den Osmanen, die Leute niedermetzelten und die Stadt plünderten.

Es war eine Tragödie mit ca. 8000 Opfern. Hainburg das heute ca 7000 Einwohner hat, erholte sich nur langsam. Die Gasse in der die Tragödie passierte heißt heute Blutgasse.

ENNS:

Am Zusammenfluss von Donau und Enns befindet sich die Stadt Enns.

Sehenswürdigkeiten sind der Stadtturm, das restaurierte Schloß Ennsegg (beherbergt das Stadtmuseum) und die Stadtmauer die noch in Teilen erhalten ist.

Besonderheit: Lauriacum war eine bedeutende Römerstadt am Donaulimes.

2018 gab es zum Thema eine Landesausstellung. Heute kann man viel über die Römerzeit erfahren, entweder im Museeum am Stadtplatz oder bei einer Führung in Lorch

VALLETTA/MALTA:

Valletta war 2018 Kulturhauptstadt Europas. Es gilt als die kleinste Hauptstadt Europas.

Umgeben ist die Stadt von einer gewaltigen Stadtmauer, was einem Bewusst wird wenn man vom Busbahnhof ins Zentrum geht.

Besonderheit: Extrem spannend war das Ereignis das zur Errichtung von Valletta geführt hat, der Angriff der Osmanen auf die Insel. Damals wurde Fort St. Elmo (heute am Spitz der Halbinsel wo Valetta liegt) von den Osmanen eingenommen. Andere bedeutende Forts konnten sich aber halten.

Später mussten die Osmanen abziehen.

Vallettas Errichtung sollte verhindern, dass die Osmanen wieder so gefährlich werden könnten. Doch die Osmanen versuchten kein 2.tes mal die strategisch bedeutende Insel zu erobern.

Der nächste dem es trotz der Mauern gelang die Stadt einzunehmen war Napoleon 1798. Dieses Ereignis erforderte jedoch keine Belagerung, da Malta kapitulierte.

KREMS:

Krems ist einer der bedeutendsten Orte der Wachau und einer der größten Städte in NÖ.

Als 1984 die Abstimmung stattfand wer Landeshauptstadt werden sollte, wurde Krems mit 29 Prozent auf Platz 2.

Heute sind noch Teile der Stadtbefestigung über.

Besonderheit: Bis zum 17. Jhd gab es auf dem österreichischen Teil der Donau nur 3 Donaubrücken: Wien, Krems und Linz. Anlässlich des Türkenkrieges wurde in Tulln eine 4 Donaubrücke errichtet.

Wer sich näher für die Donau und ihre Brücken interessiert, den kann ich nur meine Serie zum Thema auf Facebook empfehlen (ab 4.3.25)

WELS

Als Oberösterreicher bedenkt man es kaum, aber auch Wels ist eine „Stadtmauernstadt“, mit Ledererturm und Mauern.

Die zweitgrößte Stadt von OÖ ist vor allem in der Adventzeit sehr schön. 2027 findet in der Stadt die OÖ Landesgartenschau statt, eine spannende Veranstalltung in der Messestadt.

Besonderheit: Es gab 2 Episoden wo Wels extrem bedeutend war. Da war die Zeit des Römischen Ovilava. Nach der Verwaltungsreform von Kaiser Diokletian war man sogar Hauptstadt der Provinz Ufernoricum.

Extrem bedeutend war Wels auch als der letzte Sitz von Kaiser Maximilian I. Schon zuvor war der berühmte Habsburgerkaiser häufig in der Stadt.

MDINA/MALTA:

Für mich ist Mdina auf Malta, sowas wie das maltesische Freistadt. Ein gut sichtbarer Stadtgraben und mächtige Mauern umgeben das Städtchen.

Besonderheit: die bedeutendsten Teile der Belagerung von Malta durch die Osmanen fanden in der Gegend des heutigen Valetta und den gegenüberliegenden Orten Valettas statt. Mdina, die alte Hauptstadt lag etwas abgelegen davon.

Auch bei Mdina versuchten die Osmanen die Einnahme. Die Lage im Inneren der Stadt war schlecht, denn man war deutlich in der Unterzahl. Aber mit allen Tricks und Mitteln sorgte man dafür das man wie eine große Besatzung wirkte. Schließlich überzeugte man die Osmanen davon im Moment zu schwach für eine Belagerung zu sein und vorerst abzuziehen, woraus ein dauerhafter Abzug wurde.

RETZ:

In Retz sind nur noch Teile der alten Stadtmauer ersichtlich.

Die Stadt ist eine faszinierende Stadt, die durch Weinanbau sehr reich wurde.

Die Befestigungsanlage wurde schon um 1300 errichtet und später nochmals ausgebaut. Im 19. JHD wurden jedoch Teile davon abgerissen.

Besonderheit:

Auffällig ist der große Platz in der Mitte der 4000 Einwohner Stadt. Das Wahrzeichen eine weisse Mühle ist.

Noch spannender ist das was unter der Stadt liegt. Denn Retz ist auf zusammengepresstem Sand gebaut. In diesen wurde eine unübersichtliche Anzahl an Keller und Stollen gegraben.

Wenn die Keller mit Stein ausgekleidet sind, hatte das hauptsächlich Prunkgründe.

Heute kann man den größten Keller, den Erlebniskeller von Retz besuchen. Ein Erlebnis das ich nur empfehlen kann.

FREISTADT:

Freistadt ist eine von den Babenbergern angelegte Planstadt und eines der Zentren des Mühlviertels (ca 8.200 Einwohner).

Die innere Stadt ist umgeben von einer Stadtmauer. Auch der Graben ist noch gut erhalten.

Infos über die Geschichte der Stadt erhält man im Rathaus und im turmförmigen Stadtmuseum.

Besonderheit: Die Stadtmauern wurden im 14. und 15. Jhd angelegt.

Spannend ist die Belagerung durch die Bauern im Bauernkrieg von 1626. Dieser fand statt als die Bayern gerade OÖ als Pfand erhalten haben.

5000 Bauern belagerten die Stadt. Man versuchte die Versorgung von Freistadt zu blockieren. Gegenseitiger Beschuss begann. Die Freistädter und die bayrische Besatzung hatten zwar die Mauern, waren aber klar in der Unterzahl.

Hunger trieb schließlich die Stadtbürger zur Revolte und zur Übergabe der Stadt an die Bauern.

Eine interessante kurze Geschichte, die zeigt das die besten Verteidigungsanlagen nichts helfen, wenn es im Inneren schlechte Stimmung, ja sogar eine Revolte gibt

EINLEITUNG

Stadtmauern – Sie grenzten nicht nur die Stadt ab, sie bildeten auch eine wichtige Schutzfunktion. Viele Städte haben im Zuge von Kriegen oder im Zuge der Industriellen Revolution ihre Stadtmauern aufgegeben oder verloren.

In dieser Serie werde ich Städte beschreiben, die ihre Stadtmauern, zumindest zum Teil, noch haben. Ich werde jeweils eine Stadt aus Oberösterreich, Niederösterreich und aus dem Ausland sein.

Neben Fotos, einer kurzen Beschreibung der Stadt und ihrer Mauern, möchte ich jeweils eine kurze Geschichte aus der Stadtgeschichte erzählen. Manche Städte werde ich auch in 2 Teilen behandeln.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Schauen und Lesen.

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